Tiefengeothermie
Unter Tiefengeothermie versteht man die Nutzung der Erdwärme entweder in tieferen Schichten der Erde, in denen bereits eine relativ hohe Temperatur vorliegt, oder die Nutzung der Erdwärme in Regionen mit geologischen Anomalien, zum Beispiel Regionen in denen oberflächennahe Heißwasseraquifere vorliegen.
Für die Nutzung der Tiefengeothermie gibt es im Wesentlichen zwei verschiedene Möglichkeiten:
a) Direkte Nutzung der Wärme zum Zwecke des Beheizens von Gebäuden
Vor allem dann, wenn Heißwasseraquifere schon in relativ oberflächennahen Schichten der Erde vorkommen, läßt sich dieses Reservoir an heißem Wasser sehr gut nutzen, indem man diese Wärmequelle auf direktem Wege anzapft. Theoretisch wäre eine derartige Nutzung der Erdwärme zwar überall auf der Welt möglich, indem man zum Beispiel Wärmesonden nutzen würde, die sehr tief in das Erdreich eingebracht werden, um dann die Erdwärme mittels Wärmetauschsystemen zu nutzen. In der Praxis läßt sich diese Art der Erdwärmenutzung jedoch nur dort wirtschaftlich realisieren, wo bereits in oberflächennahen Schichten der Erde relativ hohe Temperaturen vorliegen. In Deutschland gibt es derartige Nutzungspotentiale zum Beispiel im Oberrheingraben.
b) Nutzung der Tiefengeothermie zur Erzeugung von elektrischem Strom
Um mittels Erdwärme wirtschaftlich elektrischen Strom erzeugen zu können, ist ein Temperaturniveau von mindestens 100 Grad Celsius notwendig. Dieses Temperaturniveau wird benötigt, um über ein Wärmetauschsystem soviel Wärme zu erhalten, um ein Fluid verdampfen zu können, welches dann im gasförmigen Zustand Turbinen antreiben kann, um somit den elektrischen Strom zu erzeugen.
Der Aspekt der Wirtschaftlichkeit hängt nicht nur davon ab, in welcher Tiefe der Erde das benötigte Temperaturniveau von 100 Grad Celsius vorliegt, sondern auch wie hoch der technische Aufwand für Bohrungen unter Berücksichtigung der jeweiligen geologischen Beschaffenheit ist.
In Deutschland hat sich die Nutzung der Tiefengeothermie zur Stromerzeugung noch nicht etablieren können. In Ländern mit günstigen geologischen Voraussetzungen, wie zum Beispiel Island, die USA und Italien, ist die Stromerzeugung mittels Geothermie jedoch ein wichtiger Faktor hinsichtlich der Strom- und Energieversorgung.
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